Grundstein für die Wiederbelebung des Klosters in Kirchheim gelegt – Verein „LebensWeGe“ gegründet

Kirchheim am Ries. Im historischen Klosterensemble soll ein ökologisch und sozial nachhaltiges Mehrgenerationen-Wohnprojekt entstehen. Bei der Gründungs-versammlung des Vereins „LebensWeGe e.V. – Ökumenisches Mehrgenerationen-wohnen im Kloster Kirchheim am Ries“ Ende Februar 2026 wurde das organisatorische Fundament für die Wiederbelebung des rund 800 Jahre alten Klosters gelegt. 

 

„Was an diesem Abend spürbar wurde: Es geht um weit mehr als die Sanierung eines historischen Gebäudes. Es geht um eine Vision – um ein lebendiges, solidarisches Miteinander von Generationen an einem geistlich und kulturell geprägten Ort,“ erklärt Bürgermeister Danyel Atalay. Entstehen soll eine verbindliche Lebensgemeinschaft, in der ältere und jüngere Menschen, Familien und Alleinstehende zusammenleben, sich im Alltag unterstützen und Verantwortung füreinander übernehmen.

 

Ein Kloster als Zukunftsort für Gemeinschaft

Das Kloster soll dabei nicht nur Wohnraum bieten, sondern ein Ort der Begegnung, der gegenseitigen Fürsorge und der Sinnstiftung werden. Gemeinschaftsräume, kulturelle Impulse und geistliche Angebote sollen das historische Ensemble neu beleben und zugleich offen in die Gemeinde hineinwirken. Eine Idee, die an die lange Geschichte des Hauses anknüpft und diese in zeitgemäßer Form fortführt.

 

Initiator und frisch gewählter 1. Vorsitzender Klaus Opferkuch beschreibt die Motivation der „LebensWeGe“ so: „Wir möchten einen Ort schaffen, an dem Gemeinschaft nicht nur ein Wort ist, sondern gelebter Alltag. Hier soll es Raum geben für gegenseitige Unterstützung, für Engagement und für ein gutes Leben in jeder Lebensphase.“

 

Auch Thomas König, Vorsitzender des katholischen Kirchengemeinderats und neu gewähltes Mitglied im erweiterten Vorstand, sieht in dem Projekt eine besondere Chance: „Unser Kloster in Kirchheim war über Jahrhunderte ein geistlicher Mittelpunkt. Mit diesem Projekt kann es wieder zu einem Ort werden, an dem Menschen Orientierung, Begegnung und Heimat finden – offen, ökumenisch und generationenübergreifend.“

 

Ergänzend war Julia Neuenschwander, Präsidentin des ökumenischen Generationenwohnprojekts „erfahrbar“ im Kloster Fahr bei Zürich, digital zugeschaltet. Das Projekt „erfahrbar“ gilt als wichtiger Impulsgeber für LebensWeGe und begleitet die Initiative partnerschaftlich. In ihrem Grußwort zeigte sie anhand konkreter Beispiele auf, wie gut eine solche Projektidee in der Realität funktionieren kann, und ermutigte dazu, den eingeschlagenen Weg konsequent weiterzugehen.

Breite Unterstützung

Bürgermeister Danyel Atalay leitete die Gründungsversammlung und betonte die Tragweite des Abends: „Diese Vereinsgründung markiert den Beginn eines wichtigen nächsten Schrittes bei den vielseitigen Bemühungen der Kirchen- und politischen Gemeinde, das einmalige Kirchheimer Kloster zu entwickeln. Die LebensWeGe kann ein Leuchtturm in unserer Gemeinde werden – und das Klosterareal neu beleben.“ Zu der Versammlung waren auch einige Gemeinderäte gekommen, die einhellig ihre Unterstützung zusagten. Der Gemeinderäte Hubert Schurrer übernahm zudem das Amt des Beisitzers und Gemeinderat Marco Kleebauer das Amt des Schriftführer. 

 

Auch die Kirchengemeinde als Gebäudeeigentümer signalisierte ihre Unterstützung für die langfristige, sinnvolle Weiterentwicklung des Ensembles, in dem jüngst die Arztpraxis Peter Gangl eröffnet wurde. Peter Gangl wird im Vorstand ebenso mit wie der Münchner Unternehmer Rudolf Köhne-Volland. Thomas König machte deutlich, dass die Kirchengemeinde neben der ideellen auch eine wirtschaftliche Verantwortung für die Zukunft des Klostergebäudes trage und „dafür ist der Verein Lebenswege der richtige Partner.“

 

Nächster Schritt: Machbarkeitsstudie

Mit der Vereinsgründung ist aus Sicht der Verantwortlichen nun eine tragfähige organisatorische Struktur geschaffen worden, um die nächsten Schritte professionell anzugehen. Im Rahmen des Förderprojekts „Wohnen im Kulturdenkmal“ des Ministeriums für Landentwicklung und Wohnen Baden-Württemberg, wird nun eine umfassende Machbarkeitsstudie erarbeitet.

 

Diese Studie soll das große Ganze in den Blick nehmen: Sie wird prüfen, wie sich die Vision eines Mehrgenerationenprojekts im historischen Kloster baulich, wirtschaftlich und konzeptionell tragfähig umsetzen lässt. Ziel ist es, eine solide Grundlage zu schaffen, auf der die nächsten Entscheidungen verantwortungsvoll getroffen werden können. Klaus Opferkuch unterstreicht die Bedeutung dieses Schrittes: „Die Machbarkeitsstudie ist für uns ein wichtiger Meilenstein. Sie hilft uns, aus einer starken Idee ein tragfähiges Zukunftsprojekt zu entwickeln, das Menschen verbinden und dem Kloster dauerhaft neues Leben schenken wird.“

 

Schon jetzt stößt das Vorhaben auf ein wachsendes Interesse. Viele Personen möchten sich einbringen und die Entwicklung aktiv mitgestalten. Die Vereinsgründung ist somit nicht das Ziel, sondern der Beginn eines Weges – hin zu einer lebendigen Gemeinschaft im Kloster Kirchheim am Ries.

 

Weitere Informationen

Veröffentlichung

Do, 26. Februar 2026

Bild zur Meldung

Weitere Meldungen